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Urban Exploration

Winterwanderung durch die ehemalige MUNA Wolfsruh

Zu viert machen wir uns auf das Gelände der ehemaligen geheimen MUNA (Munitionsanstalt) Wolfsruh zu erkunden. Begleitet uns auf einer Winterwanderung über das bewachte und umzäunte Areal aus einer anderen Zeit.

Recherche und Luftaufklärung

Die Bunkeranlage in Wolfsruh wurde 2004 als Munitionslager aufgegeben. Seitdem liegt das Gelände brach und bis auf ein paar Lagerhallen wird hier nichts wirklich in Stand gehalten. Der Großteil der Gebäude wurde abgerissen, aber die Ruinen sind erhalten geblieben.

Derbholz MUNA Bunker Wolfsruh ReRe und Locke in den Ruinen

Seitdem Luftaufklärung für Jedermann erhältlich ist, nutzen wir diese Möglichkeit auch regelmäßig vor unseren Touren. Auf Satellitenbildern sind ganz klar Hallen und eine Art Güterbahnhof zu sehen, während die Bunkeranlagen unsichtbar unter Bäumen versteckt liegen.

Betreten der verlassenen Munitionsanstalt

An diesem Februar Wochenende sind wieder RaRa und NoNo mit von der Partie. Wir nähern uns dem Gelände aus westlicher Richtung und stoßen auf einen gut gepflegten Zaun. Also gehen wir weiter in nördlicher Richtung und finden tatsächlich ein Loch im Zaun. Es gibt einen Sicherheitsdienst, aber das Loch scheint keine Priorität zu haben. Dankend nutzen wir die Lücke und betreten das Gelände.

Derbholz MUNA Bunker Wolfsruh RaRa ReRe und NoNo bei der Routenplanung

Wir entdecken auch einige Kameras auf dem Gelände. Die Gebäude mit Sicherheitspersonal lassen sich aber alle leicht umgehen. Unsere spontane Routenplanung ist entsprechend unspektakulär.

Im Schnee zwischen Ruinen und Stahltüren

Als erstes finden wir Hallen, die komplett verriegelt sind. Hier könnten Fahrzeuge gestanden haben, als die Anlage noch in Betrieb war. Vor den Hallen wachsen teilweise Bäume und wir können auch nach längerer Suche keinen Weg hinein finden.

Unsere Strecke führt uns als nächstes an alten Ruinen vorbei. Davon gibt es hier einige und es ist schwer zu erkennen welchen Zweck diese Gebäude damals hatten. Die Kombination aus Stahlbeton, Moos und Schnee erzeugt eine stimmige Farbkombination.

Derbholz MUNA Bunker Wolfsruh Stahlbeton mit Moos

Bedingt durch die massive Bauart aus dicken Stahlbeton-Wänden vermuten wir, dass diese Gebäude teilweise oberirdische Bunkeranlagen waren.

Weiter geht es im Bogen über das Gelände und so erreichen wir bald den Bahnhof und die in der Nähe stehenden Heizgebäude. Hier gibt es auch die Möglichkeit in einige Gebäude zu gelangen und interessante Dinge wie alte Kisten für Handgranaten-Zündladungen zu sehen.

Der letzte Teil unserer Winterwanderung führt uns vorbei an den noch intakten Bunkeranlagen. Einige Der Eingänge sind komplett zugewuchert, während andere gut zugänglich sind. Auch hier gibt es keine Möglichkeit in die Bunker hineinzukommen. Schade eigentlich…

Diese Foto-Tour hat sich mal wieder gelohnt und wir hoffen einige unter euch vielleicht inspiriert zu haben, selbst auf Entdeckungstour zu gehen. Weitere Urban Exploration Beiträge findet ihr hier.

7 Antworten auf „Winterwanderung durch die ehemalige MUNA Wolfsruh“

Bilder aus einer vergangenen Zeit. Vor der Bundeswehr wurde das Munitionslager von der NVA und der Wehrmacht genutzt. Die massiven Bunker und Gebäude mit viel Stahl stammen von den Erstnutzern, die Leichtbaugebäude vom VEB Gleichschritt. Nach dem großen Krieg hat “der Russe” versucht zu sprengen, aber es nach ersten Versuchen bleiben lassen, deshalb sind bei 1-2 Bunkern die Steine etwas verrutscht. Bei einer großen überdachten Laderrampe ist das Dach nach sprengversuchen eingeknickt und das Eisen sichtbar. Früher bewachte eine Hochspannungsanlage das Gelände und nur wenn sich ein Tier darin verirrte, da durften die Soldaten ran, die ansonsten nur die Kochtöpfe bewacht und Laub gefegt haben.

Von 10/84 bis 04/86 war ich dort bei der Feuerwehr. Herr Schlegel, erinnerst Du Dich, wir waren einst auf einer “Bude” dort und ich musste immer die ganzen “Sch…Arbeiten” erledigen.

Zu NVA-Zeiten wurde das Gelände durch 18 Wachsoldaten und 9 Feuerwehrleute rund um die Uhr gesichert. Der Wachdienst betrug jeweils 24 Stunden pro Gruppe Wacheinheit und Gruppe Feuerwehr (jeweils 4 Soldaten). Sogar die Feuerwehr war zur Wache mit Makarow-Pistolen ausgestattet. Außerhalb der Dienste wurde die Technik instand gehalten oder es wurden die Straßenbankette täglich vom Laub befreit (was für ein Spaß im Wald). “Kulinarisch” versorgt wurden die Soldaten durch eine eigene Küche, in der die Frau des Lagerchefs tätig war. Entsprechend gut (für NVA-Verhältnisse) war das Essen.

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